Eco-Fair Fashion.

5 Profi-Tipps für die perfekte Vermarktung.

Seit vier Jahren tummle ich mich in dieser Blase namens ‚Fair Fashion‘. Angefangen hat alles mit meinem eco-fairen Fashionlabel jas. slow fashion. Seit 2018 berate ich zudem Initiativen, Vereine und Wirtschaftsunternehmen in Sachen Nachhaltigkeit und Corporate Communication

Ich habe das Glück, auch während meiner Beratungstätigkeit immer wieder mit dem Thema Fair Fashion in Berührung zu kommen. Denn ich liebe es, den Leuten zu zeigen, was eco-faire Kleidung heute ist. Und ich liebe es genauso, Einzelhändlern und Labels zu helfen, ihre Fashion sichtbarer zu machen. 

Aus meinen vier Jahren Erfahrung mit der Vermarktung von Slow Fashion und Co. bringe ich euch heute meine Top 5 mit. Ihr erfahrt in diesem Blogpost, wie ihr als eco-faires Fashionlabel eure Bekanntheit steigert. Und genauso, wie ihr als Store und Einzelhändler aus euch heraus mit wenig Aufwand und Geldeinsatz wachsen könnt. 

1. Verkauft nicht einfach. Schafft Eventcharakter. 

jas. slow fashion hat vor vier Jahren mit Verkaufsparties á la ‚Tupperware‘ angefangen. Wir haben Events organisiert, bei denen Kunden exklusiv unsere Kleidung anprobieren und kaufen konnten. Dazu gab es Sekt und Wein von Winzern der Region und leckere, nachhaltige Tapas. Solche Events schaffen Begehrlichkeiten. Die Leute wollen dabei sein und schauen, was dahintersteckt. Natürlich dienen sie nicht als einziger Verkaufskanal, dafür sind die Plätze zu begrenzt und die Erlöse zu gering. Aber ihr generiert Aufmerksamkeit für eure Produkte. 

Das ein oder andere Mal haben wir diese Verkaufsparties mit Fashionshows verbunden. Dies steigert natürlich noch einmal den Eventcharakter. Denn Fashionshows haben etwas von Glamour und Fashionweek. Da schauen viele gern hin. 2019 habe ich bereits zwei Fashionshows organisiert. Einmal im Rahmen der Fairen Welten und einmal für den Weltladen Dachverband. Bei beiden Veranstaltungen habe ich festgestellt, was für ein Publikumsmagnet eine Modenschau sein kann. Meine vier Learnings für ein gelungenes Event: 

. Bucht Models mit Diversität – jeder möchte sich auf dem Laufsteg wiederfinden. 

. Achtet auf eine gute und moderne Musikauswahl. 

. Lasst eure Models professionell schminken. Man sieht den Unterschied.

. Verzichtet nicht auf den Laufsteg. Ich habe bei beiden Fashionshows mit Paletten gearbeitet. Eine günstige, aber wirksame Lösung. 

Hier noch ein paar Eindrücke von der Fashionshow auf den Fairen Welten.

2. Masse kann jeder. Schafft Exklusivität. 

Die Tipps aus Punkt 1 greifen es schon etwas auf: Ein unschlagbares Instrument für den Vertrieb von eco-fairer Kleidung ist Begehrlichkeit. Sobald Menschen das Gefühl haben, sie erhalten mit euren Produkten etwas Exklusives, wollen sie es gleich doppelt so sehr. Die oben skizzierten Veranstaltungen schaffen bereits etwas Exklusivität. Ihr könnt sie jedoch auch direkt in den Produkten verankern. 

Wie wäre es zum Beispiel, wenn die Stückzahl eurer Chargen endlich sind? Ihr produziert einfach ‚nur‘ 100 Exemplare pro Shirt. Und vermarktet es auch so: ‚Sichert euch heute eins unserer 100 Mottoshirts. First come, first serve.‘ Das Verkaufsargument zieht auf jeden Fall. 

Ein anderer Weg, um Exklusivität zu generieren, ist die Kooperation mit Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens. Es muss ja nicht gleich Greta Thunberg sein. Aber fragt doch mal lokale Stars und Designer, ob sie nicht einen Schriftzug oder eine Grafik für euch entwerfen möchten. Gepaart mit der 100-Exemplare-Strategie habt ihr im Handumdrehen ein Top-Produkt geschaffen. 

3. Nutzt die Macht der Medien. 

Die Kooperation mit Influencern ist heute natürlich ganz oben auf der Tagesordnung. Auch ich habe in den letzten vier Jahren hier meine Erfahrungen gemacht. Zum einen würde ich nicht (mehr) mit jedem Influencer und Blogger kooperieren. Die Werte zwischen euch sollten stimmen. Und auch hier müsst ihr nicht gleich nach den Sternen greifen. Reicht es nicht, zunächst mit Bloggern aus eurer Region zu kooperieren? 

Zum anderen habe ich die Erfahrung gemacht, dass Blogger und Influencer auch nur Menschen sind. Auch sie sind offen für coole Events und Exklusivität. Schafft doch einfach ein Environment, in dem eine Win-Win-Situation entsteht. Warum ladet ihr die Blogger nicht einfach mal zu einem exklusiven Fitting samt Catering, Styling und Fotografen ein? Genau ein solches Event habe ich für die Faire Welten in diesem Jahr entwickelt. Und es wurde mit 30 teilnehmenden Bloggern und Influencern super angenommen. Hier ein paar Eindrücke vom Event.

Neben den ‚neuen Medien‘ kann ich euch nur ans Herz legen, die klassische PR-Arbeit nicht zu vernachlässigen. Wisst ihr was eine gute Pressmitteilung ausmacht? Habt ihr einen Verteiler mit den wichtigsten Medien aus eurer Region und Branche? Informiert ihr den Verteiler regelmäßig über Neuigkeiten und Veranstaltungen? Wenn ihr alle 3 Fragen mit Ja beantworten könnt, seid ihr super aufgestellt. Falls ihr eher den Kopf schütteln müsst, sind das sicherlich Stellschrauben, an denen ihr noch drehen könnt, um mehr Aufmerksamkeit auf euch zu ziehen. 

4. Einzelkämpfer sind out. Schafft Synergien. 

Ich glaube, wir können es uns nicht mehr erlauben, als Einzelkämpfer durch den Dschungel der Selbstständigkeit zu wandern. Vor allem als Labelbetreiber oder Storebesitzer gerät man hier super schnell an seine Grenzen. Nicht umsonst gibt es schon seit jeher Verbände, Gewerbevereine und Lobbys. Interessen müssen gebündelt und Synergien zusammen genutzt werden. 

Wie wäre es, wenn ihr in eurer Stadt mit mehreren Stores, Gastros und Labels die Nacht der langen Läden ausruft? Oder wenn ihr gemeinsam mit einer Stimme die Interessen der jungen Selbstständigen vor Ort vertreten könnt? Ihr würdet sicher schnell merken, wie viel besser es sich gemeinsam kämpfen und streiten lässt. Und wie wenig groß und bedrohlich die Ketten um euch herum aussähen…! 

Dies ist übrigens einer der Ansätze meiner Wertelobby FRGST. Hier entwickle ich genau solche Konzepte für einzelne Städte und schaffe Aufmerksamkeit für Einzelhändler, Labels und Gastronomen. Falls ihr mehr darüber wissen mögt, schreibt mich gern an. 

So, seid ihr nun noch bereit für Tipp Nummero 5? Hier kommt er. 

5. Seid eco – nicht öko. 

Ich gebe zu, mit diesem Wortspiel spiele ich schon seit mehreren Jahren rum. Aber es drückt so schön aus, was öko mal war und was eco heute bedeutet. Damit meine ich zum einen, dass ihr ‚junge Wilde‘ seid, die aus verschiedenen guten Gründen, genau EURE Produkte produziert und verkauft. Darüber solltet ihr informieren und bilden – ohne wertend den Zeigefinger zu erheben. 

Zum anderen braucht ihr euch nicht mehr hinter anderen Labels zu verstecken. Die Fashion der eco-fairen Labels sind genauso cool, schick und lässig wie die der anderen Marken. Ihr müsst euch nicht verstellen, ihr müsst euch nur selbstbewusst vermarkten. 

Und nun: Schwimmt mit auf der ‚grünen Welle‘.

Das waren sie auch schon, meine 5 Tipps in Sachen Sichtbarkeit und Vermarktung von Fair Fashion. Eines möchte ich noch mit auf den Weg geben: Momentan ist die grüne Welle, die gerade auf uns zu rollt oder in der wir ‚stecken‘, in aller Munde. Man kann von dem Begriff ‚grüne Welle‘ halten, was man will. Fest steht, eco ist gerade mächtig angesagt. Es muss euch klar sein, dass ihr schon vor der Welle im Wasser wart. Und dass ihr die Kraft, die durch die Welle freigesetzt wird, einzig und allein nutzen müsst. 

Ihr habt Kommentare zu meinem Post? Ich freue mich über jeden.

Eure Judith 

AllgemeinRetail

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