Qualitatives Marketing.

So hat deine Kommunikation Bestand.

Ich erinnere mich an eine Situation während meines ‚alten‘ Arbeitslebens als Angestellte. Ich verantwortete bei einem produzierenden Mittelständler das Marketing. Die Stelle wurde mit mir erstmalig besetzt; gleichzeitig war es mein Einstieg in die Arbeitswelt. Ich sage mal so, einige Herausforderungen schwangen auf beiden Seiten mit. 

Diese nahm ich schnell und gern an. Ich fand mich zügig im Unternehmen zurecht, begann Abläufe nachzuvollziehen und arbeitete mich in die unterschiedlichen Themen ein. Eine meiner Aufgaben war die Steuerung externer Dienstleister. In meinem Fall also meistens Agenturen, die einem Kommunikationsprodukte schmackhaft machen wollten. 

Und genau von einem solchen Meeting des ‚Schmackhaft-machens‘ möchte ich berichten: Da saß er nämlich. Ein älterer Herr, der seinerseits schon jahrzehntelang eine Agentur für Kommunikation führte. Und der unserem Geschäftsführer und mir nun groß und bunt ausmalte, welche Kundendaten es zu erfassen galt, welche Kanäle wir zu bespielen hätten und welche Kommunikationskampagne bei uns am besten fruchten würde. Im ersten Gespräch. In der ersten halben Stunde des Kennenlernens.

So sah ich damals aus: jung, unerfahren, aber mit Werten, die mir bei meiner Arbeit wichtig waren.

Für mich war seine Vertriebsansprache damals überraschend. Heute würde ich sagen: Sie war völlig fehl am Platz. Das Problem liegt nicht darin, dass er uns sowohl die Erfassung des IST-Zustandes als auch Kampagnenmöglichkeiten vorschlug. Das Problem liegt daran, dass er uns und vor allem das Unternehmen und seine Stakeholder zu diesem Zeitpunkt weder kannte noch einschätzen konnte.

Er wusste faktisch nicht, ob dieser Weg für unser Unternehmen zielführend sein würde. Er wusste noch nicht einmal, welche Ziele wir für wichtig erachteten. Es war eine Blaupause. Auf uns angewandt, jedoch nicht individualisiert. Und das darf Kommunikation nie sein. 

Kommunikation von der Stange wirkt nicht.

Stell dir nur mal vor, du redest mit jedem Menschen, der dir an einem Tag über den Weg läuft, genau gleich. Über dieselben Themen, im selben Tonfall und ohne auf seine Bedürfnisse zu achten. Würde dies funktionieren?

Die Frage ist rhetorisch. 

Es schließt sich jedoch gleich eine zweite an: Wenn eine solche Kommunikation im Alltag nicht funktioniert, warum sollte sie es im Business? Was von der breiten Kundenmasse eines Konzerns oder Großunternehmens vielleicht noch abgefangen wird, führt bei den Nischenzielgruppen eines kleinen und mittelständischen Unternehmens nur zu Unverständnis. 

Die Kampagne ist von Beginn an zum Scheitern verurteilt. Sie ist wie ein Stochern im Nebel, wie ein Loslegen ohne Ziel. 

Elementar für mich: Wir müssen einander kennen, bevor wir miteinander arbeiten können. Diese Erkenntnis begleitet mich mein gesamtes Arbeitsleben und führt mich zu einem sehr wichtigen Punkt:

Die Kunst der Corporate Communication besteht im Schweigen.

Es geht zu Beginn einer jeden Kommunikation darum, als Berater oder Agentur die Klappe zu halten. Es geht darum, zunächst das Unternehmen, seine Mitarbeiter, Kunden und Lieferanten kennenzulernen. Zu begreifen, wo sich das Unternehmen sieht, welche Ziele es verfolgt, wie es diese erreichen will und was die offensichtlichen und versteckten Schwachstellen sind. 

Genau hier greift der Ansatz des Design Thinkings, den ich meiner Beratung immer zu Grunde lege. Er besteht aus den folgenden Schritten: 

1. Das Unternehmen VERSTEHEN

2. Ein GESAMTBILD entwickeln

3. In die IDEENFINDUNG für die passende Kommunikation gehen

4. Erste PROTOTYPEN der Kommunikation entwickeln

5. Die Prototypen in der Praxis TESTEN

6. Die Kommunikation IMPLEMENTIEREN

Alles läuft zusammen. Alles ergibt ein Großes-Ganzes. Das Design Thinking versucht, einen Sachverhalt gänzlich zu erfassen, bevor es Lösungsansätze entwickelt. Ein Ansatz, der wunderbar auf Kommunikation angewendet werden kann.

Corporate Communication x Design Thinking = Zukunftskommunikation.

Für mich ist die Verbindung zwischen Corporate Communication und Design Thinking der Schlüssel zu einem qualitativen, zielführenden und nachhaltigen Marketing. Es geht um eine Kommunikation auf Augenhöhe. Darum allumfassend zu kommunizieren und zu informieren. Sich auch auf alte Werte besinnen, wie Glaubwürdigkeit, Transparenz und Beständigkeit. 

Eine solche Kommunikation kommt an. Sie stärkt das Unternehmen von innen heraus und lässt es vor anderen selbstbewusst strahlen. 

Das Gute am Design Thinking: Es beflügelt nicht nur das strategische, sondern gleichermaßen das kreative Denken. So entstehen Konzepte und Ansätze, an die man zu Beginn gar nicht gedacht hat.

Denke ich zurück an mich, wie ich vor sieben oder acht Jahren in dem Besprechungsraum saß, muss ich sagen: Ich habe eigentlich schon damals gewusst, dass der Weg des alten Herren nicht der Richtige ist. Dass es darum ging zu verkaufen und nicht zu verstehen. 

Letztlich ist aus der Zusammenarbeit damals auch nichts geworden. Bis auf das warnende Beispiel, was mir noch immer im Hinterkopf sitzt. Das warnende Beispiel, was mir sagt: Mach es anders, mach es bewusst. Und das finde ich gut. 

Was zeichnet gute Kommunikation für dich aus? Schreib mir gern einen Kommentar. 

Deine Judith

AllgemeinCommunication

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.